So pflegst du einen Bogenhanf (Sansevieria)

Veröffentlicht: 6. September 20264 Min. Lesezeit

So pflegst du einen Bogenhanf (Sansevieria)

Der Bogenhanf, botanisch als Sansevieria bekannt (heute teils als Dracaena eingeordnet), ist berühmt dafür, fast unmöglich umzubringen zu sein. Seine steifen, aufrechten Blätter zeigen sich in eindrucksvollen Mustern aus Grün, Silber und Gold, und er verlangt dafür sehr wenig. Wenn du je damit gerungen hast, eine Pflanze am Leben zu halten, ist dies die richtige, um dein Selbstvertrauen aufzubauen. So hältst du ihn in Bestform.

Licht: anpassungsfähig, aber glücklicher im Hellen

Einer der Gründe, warum der Bogenhanf so beliebt ist, ist seine Toleranz gegenüber einer großen Bandbreite an Licht. Er überlebt in einer dunklen Ecke und bringt trotzdem gelegentlich ein neues Blatt hervor, was ihn zu einem echten Champion bei wenig Licht macht.

Dennoch liebt er die Dunkelheit nicht wirklich. Bei hellem, indirektem Licht wächst er schneller, behält seine Panaschierung leuchtend und bleibt kompakt und aufrecht. Ein paar Stunden sanfte Morgensonne sind willkommen, aber vermeide lange Phasen greller Mittagssonne durch Glas, die die Blätter verbrennen kann.

Ein Bogenhanf mit aufrechten Blättern in hellem, indirektem Licht.

Gießen: im Zweifel warten

Hier geraten die meisten Bogenhanfe in Schwierigkeiten, und der Fehler ist fast immer zu viel Wasser. Der Bogenhanf speichert Feuchtigkeit in seinen dicken Blättern und Rhizomen, ist also darauf ausgelegt, Trockenheit weit besser zu verkraften als nasse Erde.

Gieße nur, wenn die Erde vollständig abgetrocknet ist, dann gründlich, und lass sie ablaufen. Stecke deinen Finger tief in den Topf, und wenn du irgendeine Feuchtigkeit spürst, warte. In der Praxis bedeutet das oft Gießen alle zwei bis drei Wochen im Sommer und nur einmal im Monat im Winter. Leere immer den Untersetzer und lass die Pflanze nie im Wasser stehen, was schnell zu Wurzelfäule führt.

Erde und Töpfe

Verwende eine gut durchlässige Mischung. Eine übliche Zimmerpflanzenerde, gemischt mit zusätzlichem Perlit oder grobem Sand, funktioniert gut, und eine Kakteen- und Sukkulentenerde ist eine hervorragende fertige Option. Das Ziel ist eine Erde, die etwas Feuchtigkeit hält, aber schnell abläuft.

Ein Topf mit Abzugslöchern ist unverzichtbar. Terrakotta ist ideal, weil es überschüssige Feuchtigkeit durch seine Wände abgibt und dir so eine zusätzliche Sicherheitsmarge gegen Überwässerung verschafft.

Wenn du unsicher bist, gieße nicht. Ein Bogenhanf übersteht es, vergessen zu werden, weit besser als nasse Erde.

Temperatur

Bogenhanfe fühlen sich bei normalen Zimmertemperaturen wohl, etwa 18 bis 27 Grad Celsius. Sie mögen keine Kälte, halte sie also im Winter fern von zugigen Fenstern und lass sie nie unter etwa 10 Grad Celsius stehen. Trockene Raumluft vertragen sie klaglos, sodass weder Besprühen noch ein Luftbefeuchter nötig ist.

Düngen

Dies sind langsame, anspruchslose Wachser. Ein ausgewogener flüssiger Zimmerpflanzendünger in halber Stärke, ein- bis zweimal im Frühling und Sommer gegeben, reicht völlig. Verzichte im Herbst und Winter ganz auf das Düngen, wenn das Wachstum pausiert.

Vermehrung

Bogenhanfe lassen sich leicht vermehren, und es gibt zwei zuverlässige Methoden.

Teilung

Der schnellste Weg ist die Teilung. Ziehe die Pflanze aus ihrem Topf, finde die Stellen, an denen sich die Rhizome in Horste teilen, und schneide oder ziehe sie auseinander, sodass jeder Abschnitt Wurzeln und mindestens ein Blatt hat. Topfe jede Teilung in frische, gut durchlässige Erde.

Blattstecklinge

Du kannst auch ein gesundes Blatt in mehrere ein paar Zentimeter hohe Abschnitte schneiden. Lass die Schnittenden ein bis zwei Tage antrocknen, stelle sie dann aufrecht in die Erde, und zwar so herum, wie sie gewachsen sind. Wurzeln und neue Ableger bilden sich über ein paar Monate. Beachte, dass panaschierte Sorten aus Blattstecklingen oft zu einfachem Grün zurückkehren, verwende also die Teilung, wenn du die Streifen behalten möchtest.

Blattstecklinge eines Bogenhanfs bilden aufrecht in einem Glas Wasser Wurzeln.

Häufige Probleme und Lösungen

Matschige oder umkippende Blätter

Weiche, vergilbende oder zusammenfallende Blätter bedeuten fast immer Überwässerung und Wurzelfäule. Lass die Erde abtrocknen, schneide alle matschigen Wurzeln weg und topfe in frische Mischung um. Gieße künftig deutlich weniger.

Schrumpelige oder sich einrollende Blätter

Dünne, schrumpelige oder leicht eingerollte Blätter deuten auf zu wenig Wasser hin. Gib der Pflanze eine gründliche Wassergabe, und sie sollte sich innerhalb weniger Tage wieder füllen.

Braune Spitzen

Braune Blattspitzen kommen oft von unregelmäßigem Gießen oder gelegentlich von Mineralien im Leitungswasser. Halte deinen Gießrhythmus gleichmäßig und lass die Erde zwischen den Wassergaben vollständig abtrocknen.

Schädlinge

Bogenhanfe werden selten geplagt, aber halte in trockenen Bedingungen Ausschau nach Wollläusen und Spinnmilben. Wische sie ab und behandle mit Schmierseife, falls sie auftauchen.

Das Wichtigste in Kürze

Gib deinem Bogenhanf helles indirektes Licht, wenn du kannst, pflanze ihn in schnell durchlässige Erde und gieße ihn nur, wenn die Erde knochentrocken ist. Machst du das, wird diese robuste, skulpturale Pflanze jahrelang mit fast keinem Aufwand gedeihen, und genau deshalb hat sie sich ihren Ruf als perfekte Anfängerpflanze verdient.